Hybrider Antrieb für den Projektfortschritt?

Sind der klassische und der agile Projektmanagement-Ansatz sich ausschließende Konkurrenten oder gibt es doch brauchbare hybride Methoden? Diese nicht zum ersten Mal gestellte Frage ist offensichtlich immer noch nicht endgültig beantwortet worden, denn es kamen über 40 Teilnehmer zu dieser Veranstaltung in die Meeting Minds-Räumlichkeiten in Reinickendorf.

Hybrides ProjektmanagementNach einem kleinen Exkurs über die grundsätzlichen Ideen des klassischen Wasserfallmodells und der agilen Methoden ging es um ein Schlüsselthema des Projektmanagements nämlich dem Risikomanagement. Rainer Wendt von der masVenta Business GmbH machte damit einen wesentlichen Grund sichtbar, warum klassisches und agiles Projektmanagement oft so kontrovers diskutiert werden. Das Wasserfallmodell endet (nach der reinen Lehre) mit einer vollständigen Spezifikation, die als Basis für die Zeit und Ressourcenplanung und damit letztlich für die Realisierung genommen wird. Das reduziert aus der Sicht des Auftraggebers das Risiko gegenüber dem agilen Ansatz, weil man hier von einem Budget mit nur relativ grob definierten Zielen ausgeht. Der endgültige Funktionsumfang wird erst im Laufe der Entwicklung erarbeitet. Die Vorstellung nicht genau zu wissen, was man für sein Geld bekommt, behagt einen Auftraggeber nur wenig.

Herr Wendt stellte anschaulich dar, wie das scheinbare für den Auftraggeber risikobehaftete agile Vorgehen durch einen hybriden Ansatz für ihn vorteilhaft eingesetzt werden kann. Jeder erfahrene Projektmanager weiß, dass eine Spezifikation aus dem Wasserfallmodell selten vollständig erfüllt wird sondern vielmehr im Laufe des Projekts an sich ändernde Anforderungen angepasst werden muss. Die Folge sind Change Requests. Risiken entstehen also nicht durch ein agiles Vorgehen per se, sondern durch ein unvollständiges Bild der Anforderungen, das sich erst durch eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Product-Owner und Entwicklerteam wirksam validieren lässt. Das eigentliche Risiko liegt also in der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Product Owner als Fachvertreter des Auftraggebers und dem Entwicklerteam. Ein erfahrener Business Analyst oder auch ein BA-Team, das mit unterschiedlichen Fachleuten besetzt ist, kann hier gute Dienste leisten.

In einer praktischen Übung im Format „World Café“ haben die Teilnehmer die Risiken der Zusammenarbeit zwischen Product Owner und Entwicklerteam untersucht und Ideen entwickelt, diese Risiken zu adressieren. Abschließend hat jede Gruppe ihre Ergebnisse präsentiert. Die lebhafte Diskussion in den Gruppen hat gezeigt, dass die Frage klassisch oder agil immer noch auf viel Interesse stößt und dass sich agile Methoden vorteilhaft in das strukturierte Wasserfallmodell einbetten lassen.

 

 

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